Aderlass am Bienenstock                          (Markt v. KW31)

Faulbrut in Stormarn: Bienensachverständige entnehmen Honigproben

 

Jonas Wagner ist einer der beiden Sachverständigen in Stormarn, die im Auftrag des Kreisveterinäramtes derzeit Proben in Bienenstöcken entnehmen, weil auch in diesem Jahr  die Amerikanische Faulbrut in Stormarn ausgebrochen ist.

 

Das Kreisveterinäramt hat in den vergangenen  Wochen  drei Bienen-Sperrbezirke angeordnet, jeweils drei Kilometer im Umkreis von Bienenständen im Rögen, in der südlichen Vorstadt Bad Oldesloes und in Pölitz. Andreas Rehberg, Fachdienstleiter Recht und Veterinärwesen bei der Kreisverwaltung, sehe das Auftreten der Amerikanischen Faulbrut bei den  Stormarner Imkern nicht als besorgniserregend an.

Auch in den Jahren zuvor habe es immer wieder einzelne betroffene Stände gegeben. Ob das so bleibt, wird derzeit untersucht.  „Trotzdem muss das Transportverbot unbedingt eingehalten werden“, so Rehberg. Der Paragraf 10 der Seuchenverordnung des Kreises regelt die Sperrgebiete und sieht vor, dass weder Bienen noch Materialen der Imker wie Stockmeißel, Waben oder  Schutzkleidung aus den Sperrgebieten heraus oder  hinein zu bringen sind. Das gilt auch für Imker, die Bienen sowohl innerhalb als auch  außerhalb der Gebiete haben, was nicht unüblich ist.

 

Die Vermehrung der Bienenvölker erfolgt größtenteils über Ableger: Waben mit offener und verdeckelter Brut werden  in neue Magazinbeuten gehängt. Die Arbeitsbienen ziehen sich eine neue Königin, ein neues Volk entsteht. Das funktioniert nur, wenn die neue Beute mehr als drei Kilometer vom Stammsitz aufgestellt wird, sonst fliegen die Bienen zurück zu ihrer Königin. Imker vermehren ihre Völker im Mai und Juni auf diese Weise.

Das dient auch der Schwarmvermeidung und der Hygiene. Das neue Volk bekommt neue Rahmen, in denen neue Waben gebaut werden. Rehberg sehe   „die gute Imkerpraxis“ als beste Methode der Krankheits- und Seuchenvermeidung: Beobachtung und Kontrolle. Die Faulbrut erkennen Imker zum Beispiel am säuerlich-fauligen Geruch, an sich nach innen wölbenden Wachsdeckeln über der Brut und an Bienenmaden ohne Kontur. Der Nachwuchs verkümmert, das Volk stirbt.

 

Auch Jonas Wagner, Imker mit etwa 30 Völkern  in Ahrensburg und Bargteheide, sieht das so.   „Die Faulbrut wird oft von räubernden Völkern übertragen“, weiß der    Experte in Fragen der Bienenhaltung und Seuchenbekämpfung. Bienenvölker überfallen  andere  Völker, wenn sie an Hunger leiden, und plündern ihre Stöcke. Das kann in diesen regenreichen Tagen bereits vorkommen.  Die Tracht  reicht  nicht mehr aus, um  Nektarvorräte zu bilden.  In den Sperrgebieten werden jetzt bei sämtlichen gemeldeten Imkern Futterkranzproben, Honig  in Brutnähe,  aus den Bienenstöcken entnommen. Dafür sind Imker wie Jonas Wagner ud sein Kollege Mark Lodders ausgebildet. Gegen eine Aufwandsentschädigung stellen sie ihr Wissen dem Kreisveterinäramt ehrenamtlich zur Verfügung und besuchen die Imker nach vorheriger Terminabsprache. Der Imker entnimmt vor den Augen des Gutachters Waben, dieser entscheidet, welche für die bienenschonende Zellenentnahme geeignet ist. Mit einem mitgebrachten Löffel schabt Wagner etwas Nektar aus der Wabe, füllt ihn in einen Beutel und schickt ihn mit den Daten des Imkers versehen  in Landeslabor in Neumünster.

 

Nach vier bis sechs Wochen erfahren die Imker das Ergebnis. Im Frühjahr wird dem Bienenstock ohne Befund noch einmal eine Probe entnommen. In der Zwischenzeit erledigen die Imker alles, was zu erledigen ist: Die Versorgung mit Zuckerlösung für den Winter, die Behandlung gegen die Varroa-Milbe stehen jetzt an.

Die  Feststellung des Befalls muss  nicht das Ende eines Bienenvolkes bedeuten. „Die Bienenstöcke werden saniert“, sagt Jonas Wagner. Dazu werden alle Bienen in eine Kiste gefegt. Die Waben werden eingeschmolzen, die Beuten desinfiziert. Nach zwei Tagen können die Bienen samt Königin in neue Beuten mit frischen Rahmen einziehen. Ein sehr aufwändiger, aber notwendiger Vorgang.

 

Andreas Rehberg fordert Stormarner Imker, die ihre Bienenstände nicht oder nicht an allen Ständen angemeldet haben, auf, das nachzuholen. Die Futterkranzprobe ist kostenlos. Außerdem können betroffene Imker  eine Entschädigung beantragen, wenn bei schwerem Faulbrutbefall eine Bienentötung angeordnet werden muss. Das sind in der Regel 40 bis 100 Euro pro Volk, in Ausnahmefällen bis zu 200 Euro. Seit Bekanntgabe des Ausbruchs der Amerikanischen Faulbrut gab es einzelne Nachmeldungen. 515 angemeldete Imkerinnen und Imker gibt es in Stormarn. Beratung gibt es nicht nur in der Kreisverwaltung, sondern auch bei den Imkervereinen.

 

 

 

Bienen und Imker unter einem Regenschirm

Erster Imkertag bei der Bienen-AG der Matthias-Claudius-Schule

Der 1. Juli ist Tag des Imkers. In diesem Jahr hatte die Imker-AG der Matthias-Claudius-Schule in Reinfeld interessierte Gäste eingeladen, sich ihr tolles Hobby anzuschauen.

 

Reinfeld (om/ka). 14 Schülerinnen und Schüler der Matthias-Claudius-Schule in Reinfeld haben in diesem Jahr zum ersten Mal an ihrer Schule Honig geerntet. In den kleinen Gläsern, die sie beim Imkertag stolz präsentierten, steckt viel Arbeit. Für die Bienen, die auf dem Schulhof der MCS gerade einen reich gedeckten Tisch in den Linden für den Sommerhonig finden, und für die Kinder!

Sie begleiten ihre Bienen bis zu den Sommerferien. Einmal in der Woche schauen sie jetzt in die Kästen. Dort ist Hochbetrieb. Erst wenn der Sommerhonig geerntet ist und die Bienen Futter für den Winter bekommen haben, ist das Bienenjahr für die Imker vorbei. Im Herbst und Winter bereiten die Mitglieder der AG dann zum Beispiel neue Waben vor und ziehen Kerzen aus Bienenwachs. Das war auch ein Angebot für die Gäste am Sonnabend.

Am Imkertag zeigten einige Kinder ihr Hobby. Dazu hatten sie sich den Imkerverein Reinfeld, Zarpen und Umgebung eingeladen. Auch der Vereinsvorsitzende, Rainer Götze,  schaute vorbei, um jungen Imkern Tipps zu geben und interessierten Gästen das Handwerk zu erläutern. Dieter Krüger brachte seinen selbst gebauten Schaukasten mit, in der Königin, Drohnen und Arbeitsbienen gut zu beobachten waren. Ein großer Schirm schützte Beobachter und mutig ausfliegende Bienen vor dem Regen.

Der erste Gast beim Imkertag war Anke Rohweder. Die Leiterin der Schule  nutzte die Gelegenheit,    den Kindern außerhalb des Schulalltags Fragen zu stellen. Die Schulleitung unterstützt die AG. Marianne Kell, Konrektorin der Matthias-Claudius-Schule, leitet  sie. Sie unterrichtet unter anderen Mathematik und  Musik, die Imkerei ist in der AG, im Verein  und in der Freizeit  ein schöner, aber arbeitsintensiver Ausgleich. Ihr Mann Stefan Kell, Lehrer an einer Gemeinschaftsschule in Lübeck, ebenfalls mit Imker-AG, steht ihr ehrenamtlich zur Seite. Die Bienen-AG gehört zu den aufwendigsten Angeboten für die Schüler, neben ihrem Unterricht Wissen über ihre Heimat und die Natur zu erlangen. Die Anschaffungen waren nur durch Spenden möglich. Mutig gehen die jungen Reinfelder zu Werke, wenn sie die Beuten öffnen und ihre Bienen in Augenschein nehmen. Erst vor wenigen Wochen haben sie neue Bienen bekommen, am Sonnabend schauten nach, wie es ihren neuen Völkern geht. Dabei konnten  ihre Eltern und andere Gäste sie  hinter der Glasscheibe beobachten. Im Foyer der Schule hatten Imkerverein und Arbeitsgemeinschaft viele Schautafeln und Exponate vorbereitet. Trotz des verregneten Tags war der Zulauf sehr gut. „Durch das Imkern und die Beschäftigung mit Bienen bekommen immer mehr Menschen einen ganz anderen Blick auf ihre Umwelt“, freut sich Rainer Götze. Er lobte das Engagement der Reinfelder Grundschule und ist sich sicher, dass der Imkertag an der Schule für weiteren Nachwuchs im Verein und in der AG sorgen wird.


(Aus dem Markt,vom 05. Juli 2017,Südholstein Anzeigenblatt GmbH)

 

 

Freude über die Ankunft der acht

Bienenstöcke bei den Schülern der MCS:

Immer zwei Grundschüler betreuen

einen Bienenstock.

Fotos: st

 

 

               Bienenstöcke sehnlichst erwartet

 

   vom 1. Juli 2015 

   Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

 

Junge Imker:  Bienen-AG an der

                        Matthias-Claudius-Schule geht

                        mit acht Völkern in die

                        praktische Phase.

 

 

Die Bienen-AG der Matthias-Claudius-Schule (MCS) nimmt als einzige Grundschule mit 14 Drittklässlern am Pilotprojekt „Sommerbienen“ des Landesimkerverbands teil. Nach fast neun Monaten Vorbereitungszeit der Bienen-AG haben acht Bienenvölker in der Schule eine neue Heimat gefunden.

 

Nachdem während der Vorbereitungszeit viel über die Bienen und ihre Lebensweise gelernt, Kerzen gegossen, Futtertaschen gebaut, Anflugbretter bemalt, Stöcke fertiggestellt und die Bienenwiese vorbereitet wurden, konnten die Kinder es kaum noch erwarten, dass „ihre“ Bienen endlich kommen sollten, hatte doch eine Hornisse bereits den Weg in eine vorbereitete „Beute“ (Bienenbehausung) gefunden und mit dem Nestbau begonnen.

 

Die kleinen Imker „verhüllten“ sich mit Imkeranzügen und näherten sich erstmals den Bienenkörben. Imker Peter Rath aus Reinfeld öffnete die Bienentransportkörbe, die Kinder halfen ihm nach anfänglicher Scheu tatkräftig mit. So wurde als erstes die Futtertasche mit Glucosesirup gefüllt, anschließend die Königin in ihrer kleinen gelben Box zwischen die Rähmchen gehängt, die Beute wieder geschlossen und dann der ganze Schwarm (rund 2  000 Bienen) vor die Beute auf eine schräg hochlaufende Pappe geklopft. Kurz darauf bewegten sich die ersten Bienen aufwärts in den Stock, der gesamte Schwarm folgte. Schon bald hingen nur noch Nachzügler am Eingang herum.

 

Schlichen die Bienen-AG-Kinder am Anfang noch mit skeptischer Miene umher und

beäugten jedes Tier, das auf ihnen saß, bewegten sie sich später fast wie Profis durch die herumschwirrenden Bienen und beobachteten genau, was an ihrem Stock geschah. Nach fast einer Stunde kehrte Ruhe an den Bienenstöcken ein.

 

Die Bienen-AG-Kinder konnten sich jedoch nicht so schnell von ihren neuen Schützlingen lösen, so fasziniert waren sie von dem emsigen Summen und Brummen vor den Bienenstöcken. In Zukunft werden immer zwei Grundschüler einen Bienenstock betreuen.